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Kürzlich führte die Meraner Bergrettung gemeinsam mit einer Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Tirol eine Übung im Köschtngraben (Burgbach) unterhalb von Schloß Tirol durch und zwar dort, wo der Algunder Waal in einer Höhe von etwa 30 Metern den Köschtngraben mit einer Hängebrücke überquert.
Aufgabe der Retter war es, einem schwerverletzten bewußtlosen Kind, das unter einem umgestürzten Baum unterhalb der Brücke eingeklemmt war und einem etwas weiter Tal abwärts liegenden Mann mit einer Unterschenkelverletzung zu Hilfe zu kommen. Die in drei Einsatzwagen und einem privaten Fahrzeug angekommenen rund 25 Retter verschafften sich bei schwindendem Tareslicht sofort einen Überblick über die Situation. Unter dem gemeinsamen Kommando der beiden Einsatzleiter der Feuerwehr und der Bergrettung wurden erste Retter über die steile Flanke der Schlucht zu den Verletzten losgeschickt. Andere bereiteten diverses Rettungsmaterial, Abseilvorrichtungen und Winden vor und die Feuerwehr sorgte zudem für eine angemessene Beleuchtung der gesamten Szene. Nach und nach, nachdem die ersten Retter ihre Lageberichte über Funk übermittelt hatten, wurde alles nötige Material so wie weitere Retter, Feuerwehrmänner und Bergretter, zur Unfallstelle abgeseilt und die Erstversorgung gekonnt vorgenommen. Die Feuerwehr brachte zudem zwei Hebekissen mit, um den Baumstamm anheben zu können, unter dem das Kind eingeklemmt war. Mit Preßluft aus einer Preßluftflasche konnte der Baumstamm so weit angehoben werden, daß das Kind darunter vorsichtig herausgezogen werden konnte. Dieses wurde sodann mit Hilfe einer Vakuummatratze und einem Bergesack bis unter die Hängebrücke getragen und samt einem Bergretter mit einer Seilwinde auf die Brücke gezogen. Der zweite Verletzte war inzwischen auch schon zum Abtransport bereit und hatte eine Schiene für sein verletztes Bein erhalten. Er wurde mit einer Gebirgstrage und einem Seil unter Begleitung von vier Rettern über die steile Böschung der Schlucht bis unterhalb der Thurnsteinerstraße gezogen und dann über die Leitplanken und das Geländer auf die Straße gehoben.
Nachdem alle wieder heil bei den Einsatzfahrzeugen angelangt, das Material abgebaut, eingesammelt und ordentlich wieder verstaut worden war, nahmen die Mannschaften neben den Einsatzfahrzeugen Aufstellung zu einer kurzen Abschlußbesprechung. Dabei wurde von beiden Einsatzleitern hervorgehoben, daß die Übung gut verlaufen ist. Besonders wurde aber die gute Zusammenarbeit der Mannschaften betont, die sich gegenseitig ergänzt haben. So hat die Bergrettung ihre Stärke im unwegsamen Gelände, in der Seiltechnik, in der speziellen Ausrüstung für Einsätze in schwierigem Gelände usw. Die Feuerwehr hingegen verfügt über technische Hilfsmittel, wie z.B. Hebekissen, Stromaggregat usw. Auch was die erste Hilfe anlangt, verfügen beide Organisationen über einen guten Ausbildungsstand. Bei dieser Übung haben Feuerwehr und Bergrettung Schulter an Schulter zum guten Gelingen beigetragen. Bei so einer guten und eingespielten Zusammenarbeit kann auch im Ernstfall kaum etwas schief gehen.
Anschließend wurde die gesamte Mannschaft noch vom Einsatzleiter der Feuerwehr, Herrn Thomas Waibl, bei sich zu Hause zu einem reichlichen, ausgezeichneten Abendessen eingeladen.
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