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Zeitig in der Früh ging es am Sonntag in Richtung Hafling, da die Wetterprognosen nicht gerade rosig waren, und so die Wahrscheinlichkeit bestand, wieder trocken nach Hause zu kommen. Mit drei Geländefahrzeugen wurde Rettungsmaterial und rund 25 Bergretter und Bergretterinnen auf die Kuhleiten gebracht. Rundum waren die Berge in Nebel gehüllt und nur zwischendurch konnte man eine der Spitzen erspähen. Die Autos wurden danach gleich wieder ins Tal gefahren. Bereits kurz nach 8 Uhr standen zwei Mannschaften am Kleinen, sowie am Großen Ifinger. In zwei angenommenen Übungsszenarien galt es einen verletzten Bergsteiger vom Gipfel des Großen Ifinger auf festen Boden hinüber zum kleinen Ifinger zu bringen.
Eine Gruppe baute dazu eine Seilbahn direkt vom Gipfelkreuz des Großen Ifinger hinüber zur höchsten Erhebung des kleinen Ifingers. Diese Methode erfordert einen erhöhten Materialaufwand, ist aber für den Patiententen schonender als ein Abtransport über die Felsen hinunter.
Die zweite Gruppe hatte es um ein Vielfaches schwerer: sie mußte einen Patienten mit der Gebirgstrage über den mit Ketten und Seilen gesicherten Steig, welcher vom kleinen Ifinger zum Hauptgipfel des Ifinger führt, von eben diesem Gipfel abseilen, den Quergang zwischen den beiden Gipfeln bewältigen und sicher zum Einstieg am kleinen Ifinger bringen. Dies erforderte in den teils sehr brüchigen Felswändes des Ifingers höchste körperliche Anstrengung und Konzentration. Nachdem beide Gruppen ihre Aufgaben erfolgreich gemeistert hatten, wurde sämtliches Material über die errichtete Seilbahn zum Hauptgipfel des großen Ifinger gezogen.
Nach kurzer Rast wurde nun eine Rettungsaktion direkt vom Gipfel des großen Ifingers aus in Richtung Ifingerhütte durchgeführt. Über den allgemein bekannten Ifinger Südwestgrat ging es abwärts bis in den unteren Teil der steinschlaggefährdeten Rinne. Die Rettung erfolgte mit der Gebirgstrage, wobei die Aktion von recht heftigem Steinschlag begleitet wurde, was aber in diesem Abschnitt so gut wie unvermeidlich ist.
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Auf der Höhe der Rinne wurden die Retter wieder aufgeteilt und es wurde über zwei Strecken abgefahren. Eine Gruppe fuhr mit der Gebirgstrage über die weithin sichtbare Gritschplatte ab, die zweite Gruppe richtete im teils unbekannten Gelände eine ziemlich luftige Abseilstrecke ein, wobei es galt, behelfsmäßig einen verunglückten Kletterer zum Wandfuß zu bringen. Ein eher waghalsiges Abenteuer, welches ebenfalls von teils heftigem Steinschlag begleitet wurde. Zumindest hatte sich aber das Wetter, allen Befürchtungen zum Trotz, bis jetzt von seiner guten Seite gezeigt. Zur Sicherheit stieg ein Retter über den Südwestgrat ab, um Bergsteigern, welche am Wandfuß die Schutthalde queren, eine unangenehme Bekanntschaft mit dem Steinschlag zu ersparen. Bei diesen Übungen geht es weniger um das sicheren Ablassen eines verletzten Patienten, sondern hauptsächlich darum, sich mit den Tücken des brüchigen Ifingers vertraut zu machen, zu lernen und zu üben, wie in diesem Fels sichere Haken geschlagen werden können, was nicht immer und überall ohne weiteres möglich ist. Da ist dann eine Bohrmaschine schon oft sehr hilfreich, mit der man ohne große Mühe in gutem Fels Löcher bohren kann, welche dann mit speziellen Haken bestückt werden.
Am Nachmittag trafen dann nach und nach alle Teilnehmer der diesjährigen Hauptübung an der Ifingerhütte ein um sich dort wohlverdient zu stärken.
Bis in die späten Abendstunden dauerte dann noch das Aufräumen des mitgeführten Materials, das dabei auch auf allfällige Beschädigungen hin kontrolliert werden muß. Über 800 Meter Seile, zig Nägel, Karabiner, Abseilgeräte, Reepschnüre und Bandschlingen, die Gebirgstragen, Vakuummatratzen usw. wurden so für ihren nächssten Einsatz wieder bereit gemacht.
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